Open Access To Gender Research

Projekte zu Open Access in der Geschlechterforschung

Neues Projekt: Ein Fachrepositorium für die Geschlechterforschung (Projektstand und Workshopbericht)

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Der Workshop

Am Mittwoch, 12. Juni 2013, wurde an der Freien Universität Berlin ein Workshop zum Thema „Ein Repositorium für die Geschlechterforschung?! Bedarf, Aufbau, Betrieb“ durchgeführt. Eingeladen hatten Vertreter/innen dreier Institutionen – GESIS, Zentraleinrichtung zur Förderung von Frauen- und Geschlechterforschung an der Freien Universität Berlin und Zentrum für transdisziplinäre Geschlechterstudien an der Humboldt-Universität zu Berlin –, die auf dem Workshop ihre bisherigen Planungen zur Gründung eines Fachrepositoriums vorstellen wollten. Teilgenommen haben Expert/innen aus den Bereichen Literaturversorgung, Open Access und Geschlechterforschung, Vertreter/innen aktueller Datenbankprojekte in der Geschlechterforschung, bestehender fachlicher Netzwerke, Publikationsorgane und Gleichstellungseinrichtungen sowie Wissenschaftler/innen und Nachwuchswissenschaftler/innen aus der Geschlechterforschung. Neben Fachvorträgen zur Situation der Fachrepositorien in Deutschland und zu den Herausforderungen beim Aufbau von Repositorien wurden in einer anschließenden Diskussion unter anderem Fragen der fachlichen Zielgruppe für das geplante Repositorium, der informationswissenschaftlichen Anforderungen, der gewünschten Inhalte und der Gewährleistung von Nachhaltigkeit diskutiert.

Der Workshop wurde aus Mitteln des Interdisziplinären Zentrums Geschlechterforschung unterstützt.

Ein virtueller Ort für die Geschlechterforschung

Nach Auffassung der Organisator/innen des Workshops sollte auch die Geschlechterforschung über ein Fachrepositorium, einen virtuellen Ort für den Nachweis und die Zugänglichmachung von Forschungsergebnissen verfügen. Ein Fachrepositorium bietet die Möglichkeit der Zusammenführung von Volltexten und Metadaten der Forschungsliteratur und stellt einen Ort dar, der durch eine sinnvolle Indizierung die Forschungsergebnisse der neuen und älteren Frauen- und Geschlechterforschung frei (im Sinne von Open Access) verfügbar macht.

Ein solches Repositorium, das in hohem Maße die Vielfältigkeit der Geschlechterforschung ausstellen würde, dient der Anerkennungssteigerung der Geschlechterforschung innerhalb der Wissenschaftslandschaft und kann zudem ihre Ergebnisse einer breiten (auch nicht-wissenschaftlichen) Öffentlichkeit zur Verfügung stellen. Der Schwerpunkt in einem Repositorium zur Geschlechterforschung sollte auf ‚grünen‘ Sekundärveröffentlichungen (also Open-Access-Zweitveröffentlichungen bereits publizierter Texte) liegen, könnte aber bei Bedarf auch durch Primärveröffentlichungen (Erstveröffentlichungen von z.B. Qualifikationsarbeiten) und andere Textsorten (z.B. graue Literatur) ergänzt werden.

Das Projekt

Zwar existieren in der deutschsprachigen Geschlechterforschung bereits verschiedene Projekte, die Datenbestände erschließen und zusammenführen, ein Fachrepositorium, in dem Forschungsergebnisse zur Sicherung und für eine bessere Zugänglichkeit abgelegt werden können, gibt es bislang aber nicht. Dabei ist die Rechtslage für ein Projekt im Bereich der Sekundärveröffentlichung und Zusammenführung günstig, und es gibt technische Lösungen, die dafür genutzt und ausgebaut werden können. Das geplante Projekt soll sowohl bereits verfügbare Texte zusammenführen als auch ‚neue‘ Bestände systematisch erschließen und sinnvoll verschlagworten.

Kooperationen willkommen

Die Organisator/innen planen, einen Antrag auf Anschubfinanzierung für den Aufbau eines Fachrepositoriums an die Deutsche Forschungsgemeinschaft zu stellen, und haben zu diesem Zweck Interessierte eingeladen, sich im Rahmen des Workshops an der Diskussion über die Anforderungen an ein solches Repositorium zu beteiligen sowie sich als Schlüsselakteur/innen zu vernetzen und an der Planung und am Aufbau eines innovativen virtuellen Ortes für die Geschlechterforschung mitzuwirken.

Die positive Resonanz auf den Workshop und die angeregten Diskussionen haben den Bedarf für ein Fachrepositorium in der Geschlechterforschung bestätigt und neue Kooperationsmöglichkeiten aufgezeigt. Die Initiator/innen sind der Auffassung, dass ein solches Projekt nur dann mit Erfolg umgesetzt werden kann, wenn es von Beginn an auf eine breite Basis gesetzt wird. Kooperationsanfragen von Einrichtungen aus dem Bereich der Open-Access-Literaturversorgung, von Einrichtungen der Frauen- und Geschlechterforschung sowie von Institutionen nicht nur mit primärem Schwerpunkt Geschlechterforschung sind sehr willkommen.

Kontakt

Bitte wenden Sie sich mit Kommentaren und Fragen an
Dr. Anita Runge, Zentraleinrichtung zur Förderung von Frauen- und Geschlechterforschung, Freie Universität Berlin
anita.runge@fu-berlin.de, 030-838 52482

Written by Zuzanna Jakubowski

July 18th, 2013 at 8:22 pm

One Response to 'Neues Projekt: Ein Fachrepositorium für die Geschlechterforschung (Projektstand und Workshopbericht)'

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  1. […] dieser  Stelle möchte ich noch das Programm und die Folien des Workshops am 12. Juni 2013 zum Thema „Ein Fachrepositorium für die Geschlechterforschung“ […]

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